Wenn das Gesagte plötzlich „für immer“ ist
Manchmal bekommt Sprache eine Haltbarkeit, die gar nicht so nützlich ist wie es auf den ersten Blick scheint. Transkripte sind da ein gutes Beispiel.
Nützlich, wenn Informationen zuverlässig bleiben sollen: Entscheidungen, Fakten, Abläufe.
Da sind sie kleine Meister der Klarheit.
Naja, nicht immer. Denn als Ottmar und ich mal in den Anfängen (zugegeben es ist schon mehr als ein Jahr her) eins unserer Austauschmeetings automatisch haben transkribieren lassen, stand da schwarz auf weiß „Ottmar hat zugesagt, das Internet aufzuräumen“, na dann mal viel Spaß
.
Aber ich möchte mich gar nicht über die Qualität von Tools zum Transkribieren auslassen, sondern eher das Transkribieren in Fokusformaten von Training-Concepts beleuchten. Trainings, Coaching, Teamentwicklungen. Denn sobald Menschen in Entwicklungsräumen miteinander arbeiten, zeigt sich für mich noch ein anderes Bild.
Wir starten mal mit Trainings. Da kann ich ja wieder meine ach so geschätzte Schwester Monika zitieren: „Alles am Blättchen – nix im Köppchen“. Alles dokumentiert – Hirn kann ausgeschaltet werden. Hmm. Ja, es ist gut, nochmal nachlesen zu können, aber die Gefahr, sich auf das Transkript zu verlassen und nicht mehr mitzudenken scheint mir doch gegeben. Und es macht was aus, vom Gehirnbenutzer zum Gehirnbesitzer* zu werden…
In den Formaten Coaching / Teamentwicklung sehe ich aber noch einen anderen Punkt:
Sätze, die eigentlich im Moment entstehen – tastend, suchend, manchmal halblaut gedacht – wirken im Nachhinein plötzlich wie in Stein gemeißelt.
Worte frieren ein. Das Lebendige geht verloren.
Und genau hier liegt eine weitere Stolperkante:
Nicht alles, was gesagt wird, muss dauerhaft bleiben. Manches braucht Freiraum.
Manches braucht Mut. Manches braucht die Sicherheit, sich wieder verflüchtigen zu dürfen.
Wo Transkripte hilfreich sind wissen viele aus Erfahrung.
Wo sie weniger passen merkt man oft erst wenn Gespräche glatter werden, vorsichtiger, ein bisschen weniger mutig. Vielleicht aus Angst, etwas nicht exakt formuliert zu haben, missverstanden zu werden – aus Respekt vor der Unauslöschbarkeit.
Vielleicht ist das der Schlüssel:
Transkripte dort, wo Struktur zählt.
Und flüchtige Worte dort, wo Begegnung zählt.
Ein Gedanke zum Mitnehmen – für alle, die mit Menschen und Sprache arbeiten.
Mit einem Augenzwinkern,
Petra vom Training-Concepts-Team
*in Anlehnung an Vera Birkenbihl vom Gehirnbesitzer zum Gehirnbenutzer
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