Vorurteilsfreie Begegnungen

Vorurteilsfreie Begegnungen 

Ich einem aktuellen Ausbildungskurs wurde ich gefragt, wie ich es schaffe, in einer Coachingrolle vorurteilsfrei zu bleiben und all meine Bewertungen und eigenen Konstrukte bei der Arbeit mit meinem Coachee „außen vor“ zu lassen.

Hmm?! Sicher nicht mit einem Satz zu beantworten und eine Checkliste habe ich dazu auch nicht. Aber…. es hat uns im Team zum Nachdenken gebracht, wie wir ein Erlebnislernen / Action Learning hierzu in ein vorhandenes Konzept einbauen können; und es war leichter als zunächst vermutet.

Innerhalb der Ausbildung zum Business Coach bzw. zum systemischen Coach kann einerseits ein Unterrichtsgebäude in einer 3D-Welt und andererseits ein Video-Conferencing-Tool genutzt werden. Und da steckte schon die Lösung drin.

Wir beschlossen, die ersten Tage komplett in der 3D-Welt zu verbringen. Ja, zunächst musste sich jede:r in dieser Welt erstmal mit der Technik anfreunden und ja, es war nicht ganz so leicht, sich mit dem Avatar im Gebäude zu bewegen, zu setzen, seinen Bildschirm zu teilen und vieles mehr.

ABER es hatte auch eine ganz andere Seite! 

Nach ca. vier Tagen wechselten wir auf das Video-Conferencing-Tool. Zunächst einmal gab es die ein oder andere Äußerung wie „Dich hab ich mir aber – aufgrund der Stimme, dem gewählten Avatar oder etwas anderem – ganz anders vorgestellt.“ Spannend für alle Teilnehmenden. Doch weitere Kommentare machten deutlich, dass wir die Erfahrung des vorurteilsfreien Kennenlernens erlebbar gemacht hatten. Es fielen sehr nachdenkliche Sätze wie „Unter normalen Bedingungen hätte ich gar nicht den Kontakt zu Dir gesucht, weil….“. Und so wurde ein ganzer Katalog an Mustern / Vorurteilen reflektiert betrachtet.

Zugegeben, aus meiner Sicht als Coach ist die Selbstklärung meiner Muster, Glaubenssätze, Menschenbilder, etc. grundsätzlich eine Voraussetzung für professionelle Arbeit in diesem Bereich, aber wir haben uns sehr gefreut, dass dies nicht nur kognitiv vermittelt wurde, sondern erlebbar für alle Teilnehmenden war und zu noch größerer Reflexion und Wachstum in die Coachingrolle geführt hat.

Einen schönen Tag wünscht

Petra vom Training-Concepts-Team